Performance Marketing 10 min Lesezeit

Google Ads im Oktober 2026: Automatische Promotions, abgeschaltete API v22 und strengere Regeln im Merchant Center

Ab morgen hängt Google Angebote von eurer Website automatisch an Kampagnen, die API v22 ist seit Mittwoch abgeschaltet, und die Content API for Shopping liefert zeitweise nur noch Fehler. Dazu kommen Q4-Werkzeuge, mehr Transparenz bei AI Max und neue Regeln im Merchant Center. Was davon für Accounts in DACH zählt, in einer Übersicht.

Simon Bluhm
Co-Founder, rulers · LinkedIn ↗
Google Ads · Monats-Update
Ads Oktober
TL;DR

Ab dem 12. Oktober übernimmt Google Angebote von der Website automatisch als Promotion-Assets in Search- und PMax-Kampagnen mit Standort-Assets; abschalten lässt sich das auf Kontoebene. Die Google Ads API v22 ist seit dem 7. Oktober aus, die Content API for Shopping schlägt seit September zeitweise fehl und endet Anfang 2027. Für Q4 gibt es den Promotion Mode (Ziel-ROAS während der Aktion gesperrt) und neue Modi in der Investment-Strategie. AI Max bekommt neue Spalten, eine Textvorschau und den AI Brief auf Deutsch. Multi-Source Conversions holen verlorene Conversions aus dem CRM zurück, Conversion Lift ist jetzt Self-Service. Das neue IP-Matching in Customer Match gilt nicht im EWR. Die priorisierte To-do-Liste steht am Ende.

Sofort prüfen: drei Termine

Drei Änderungen dieses Monats laufen von selbst, wenn man nichts tut. Sie gehören vor alles andere:

  • 12. Oktober: Automatische Promotions werden für einen Teil der Search- und Performance-Max-Kampagnen standardmäßig aktiv. Google liest dafür Angebote von der Website.
  • Seit 7. Oktober: Die Google Ads API v22 ist abgeschaltet. Skripte, Connectoren und Tools, die noch v22 ansprechen, bekommen nur noch Fehler.
  • Seit 1. September: Die Content API for Shopping liefert ohne genehmigte Verlängerung zeitweise den Fehler „410 Gone". Produktdaten können dadurch unbemerkt veralten.

Automatische Promotions ab 12. Oktober

Google hat am 5. Oktober per Mail angekündigt, ab dem 12. Oktober Angebote direkt von Advertiser-Websites zu übernehmen und als Promotion-Asset an Kampagnen zu hängen. Formulierungen wie „20 % Rabatt am Wochenende" oder „Zwei zum Preis von einem" erkennt das System selbst, ohne manuelle Einrichtung. Betroffen sind laut der Ankündigung Search- und Performance-Max-Kampagnen mit verknüpften Standort-Assets, die noch keine eigenen Promotion-Assets haben. Jede so gefundene Promotion bleibt weniger als 24 Stunden aktiv und wird nur verlängert, solange das Angebot auf der Website sichtbar ist.

Das Risiko liegt in der Interpretation. Abgelaufene Aktionen, die noch irgendwo auf der Seite stehen, Rabatte mit Bedingungen („ab 100 € Bestellwert", „nur für Neukunden") und regional unterschiedliche Preise kann das System falsch lesen. Assets ohne Impressionen tauchen zudem nicht im Asset-Bericht auf, man sieht also nicht vollständig, was Google gefunden hat. Das Opt-out sitzt auf Kontoebene: Assets, automatisierte Assets auf Kontoebene, erweiterte Einstellungen, „Automatisierte Promotions" auf Aus.

Unsere Empfehlung: Wer Promotions sauber pflegt und keine verwaisten Aktionsseiten hat, kann es laufen lassen und beobachten. Wer viele bedingte oder regionale Angebote fährt oder rechtlich sensible Preisangaben hat, schaltet es ab und pflegt Promotion-Assets weiter selbst.

Q4-Werkzeuge: Promotion Mode und Investment-Strategie

Rechtzeitig vor Black Friday hat Google zwei Planungswerkzeuge ausgebaut.

Promotion Mode (Beta) ist für Search- und Performance-Max-Kampagnen mit Ziel-ROAS gedacht. Man legt ein Zeitfenster von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen fest, in dem das ROAS-Ziel um eine Toleranz gelockert wird, optional mit zusätzlichem Tagesbudget. Danach kehrt alles automatisch zum Ausgangszustand zurück. Seit Ende September gilt eine wichtige Einschränkung: Solange der Promotion Mode aktiv ist, lässt sich der Ziel-ROAS nicht bearbeiten, nur die Toleranz. Wer vor dem Aktionszeitraum noch am Ziel drehen will, muss das also vorher tun. Das passt zur Logik, die Google seit August verfolgt: Ziele werden wörtlich genommen, wie im Beitrag Smart Bidding beschrieben.

Die Investment-Strategie unter den Empfehlungen hat am 24. September zwei Modi bekommen. „Holistic" verschiebt Budget aus schwächeren oder nicht ausgeschöpften Kampagnen in die stärksten. „Growth" legt zusätzliches Budget auf die stärksten Kampagnen, ohne woanders zu kürzen. Die Prognose basiert auf den Trends der letzten sieben Tage, ausgeschlossene Kampagnen bleiben unangetastet. Für Q4 ist das eine brauchbare Diskussionsgrundlage, mehr nicht: Sieben Tage Daten im Oktober sagen wenig über die Black-Friday-Woche.

AI Max: neue Spalten, Vorschauen, AI Brief auf Deutsch

Nach der Zwangsmigration im September (Details im September-Update) baut Google vor allem Transparenz nach:

  • 23. September, DMEXCO in Köln: ein neuer Bericht über die gesamte Search-Ads-Journey, der zeigen soll, was AI Max zu einer Kampagne beiträgt. Außerdem spricht der AI Brief, mit dem man Botschaften, Creative-Vorgaben und Zielgruppen steuert, jetzt sieben weitere Sprachen, darunter Deutsch.
  • 8. Oktober: neue Spalten für Brand Inclusions, Locations of Interest, Commission und Optimized Targeting.
  • 9. Oktober: Vorschau für die Textanpassung. Google generiert bis zu zehn Beispiel-Headlines und -Beschreibungen, ohne dass man die Textanpassung aktivieren muss, unter Beachtung der hinterlegten Marken- und Textrichtlinien. Deutsch wird unterstützt. Damit lässt sich vorab prüfen, was die KI schreiben würde.
  • Test im AI Mode: Seit Anfang September können auch Exact- und Phrase-Match-Keywords aus normalen Search-Kampagnen Textanzeigen im AI Mode ausspielen, laut Google nur bei „explizitem und direktem" Nutzerinteresse. Bisher führten nur AI Max, Performance Max oder Broad Match mit Smart Bidding dorthin. Länder hat Google nicht genannt.
  • Lokalisierung (Beta, 5. Oktober): Ein KI-Werkzeug übersetzt ganze Search-Kampagnen mit Texten, Keywords und Ausrichtung in zehn Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Italienisch und Polnisch. Es entstehen neue, eigenständige Kampagnen, das Original bleibt unverändert. Für DACH-Unternehmen mit Expansionsplänen ist das ein schneller Startpunkt, eine muttersprachliche Prüfung ersetzt es nicht.

Messung und Daten

Für alle, die sauberes Tracking als Grundlage für Smart Bidding verstehen, ist das der interessanteste Teil des Monats.

  • Multi-Source Conversions (Beta): Eine bestehende Website-Conversion lässt sich mit einer zweiten Datenquelle verbinden, etwa dem CRM oder der Bestelldatenbank, über den Data Manager oder die Data Manager API. Abgeglichen wird über die transaction_id. So kommen Conversions zurück, die der Tag wegen Adblockern oder abgebrochener Seitenladungen verpasst hat, und das CRM kann Werte nachträglich korrigieren, etwa bei Stornos oder Upsells. Eine allgemeine Verfügbarkeit ist nicht angekündigt. Das Prinzip kennt man von unseren Setups mit Conversion APIs: Server- und Browserdaten ergänzen sich, dedupliziert über eine gemeinsame ID.
  • Customer Match mit IP-Adressen: Seit dem 25. September nimmt der Upload neben E-Mail, Telefon und Adresse auch IP-Adressen und Interaktions-Zeitstempel an, ungehasht. Für DACH ist das praktisch irrelevant: Google schließt Nutzer im EWR, in Großbritannien und der Schweiz ausdrücklich aus.
  • Conversion Lift als Self-Service (8. Oktober): Inkrementalitätsstudien lassen sich jetzt ohne Google-Ansprechpartner aufsetzen, für Search, Display, Video, Demand Gen, Performance Max und App-Kampagnen. Voraussetzungen: mindestens 1.000 Conversions, mindestens 5.000 US-Dollar Kampagnenbudget und eine kompatible Conversion-Aktion. Jede Kampagne kann nur an einer Studie gleichzeitig teilnehmen.
  • Loyalty Customer Match läuft seit dem 2. Oktober auch im AI Mode und in Gemini, in 14 Ländern einschließlich Deutschland. Mitglieder eines Kundenprogramms sehen dann zum Beispiel Mitgliederpreise direkt in den Produkteinträgen. Seit dem 24. September steht das Programm über die Merchant API allen Händlern offen.

Wir richten Google Ads seit 2006 auf saubere Daten aus, weil jede Gebotsstrategie nur so gut ist wie die Conversions, die sie bekommt. Wenn ihr Multi-Source Conversions oder einen Conversion-Lift-Test für euer Konto prüfen wollt, sprecht uns über Kontakt an.

Merchant Center und Shopping

  • Content API: Offiziell eingestellt ist sie seit dem 18. August. Seit dem 1. September schlagen Anfragen ohne genehmigte Verlängerung zeitweise mit „410 Gone" fehl, Anfang 2027 wird sie komplett abgeschaltet. Betroffen sind nur API-Anbindungen. Feeds per Datei-Upload, geplantem Abruf oder Google Sheets laufen weiter. Wer einen Shop-Connector oder ein Feed-Tool nutzt, sollte beim Anbieter nachfragen, ob schon auf die Merchant API umgestellt ist.
  • Häufige Preisänderungen: Seit dem 27. September steht in Googles Hilfe, dass automatische Artikelaktualisierungen bei Produkten, deren Preis oder Verfügbarkeit sich öfter als einmal am Tag ändert, nicht zuverlässig greifen. Statt aktualisiert werden solche Produkte bei einer Abweichung abgelehnt. Shops mit dynamischen Preisen sollten den Feed entsprechend häufig senden, statt sich auf die Automatik zu verlassen.
  • Neue Richtlinien-Struktur: Seit September sind die Richtlinien für Shopping-Anzeigen und kostenlose Produkteinträge zu einem gemeinsamen Regelwerk zusammengeführt. Inhaltlich verschärft wurde laut Google nichts.
  • Attribute für Gespräche: Am 16. September hat Google die Spezifikation für Attribute wie question_and_answer, popularity_rank, variant_option, item_group_title und document_link mit technischen Namen und Formatbeispielen ergänzt. Sie sind für dialogorientierte Einkaufserlebnisse gedacht. Eine ähnliche Entwicklung sieht man bei OpenAI, deren Produkt-Feed wir im Beitrag zum OpenAI Commerce Feed beschrieben haben.
  • Nur USA: Bei Shopify-Händlern wurde der native Checkout in AI Mode und Gemini Ende September automatisch aktiviert, Kunden kaufen dann mit Google Pay direkt bei Google. Seit Oktober gibt es im Merchant Center einen Integration Hub für das Universal Commerce Protocol (UCP). Australien und Kanada sollen 2027 folgen, für DACH gibt es keinen Termin.

Korrektur zu unserem September-Update: Dort stand, Produktbilder bräuchten bereits mindestens 500 mal 500 Pixel. Richtig ist: Die Mindestauflösung gilt ab dem 31. Januar 2027. Bis dahin optimiert Google kleinere Bilder teilweise selbst, über hochaufgelöste Duplikate oder KI-Hochskalierung. Den September-Beitrag haben wir entsprechend angepasst.

Google Ads API: v22 abgeschaltet, v25.2 verfügbar

Die Google Ads API erscheint seit Januar 2026 monatlich. Am 7. Oktober wurde Version 22 abgeschaltet, seitdem schlagen alle v22-Anfragen fehl. In öffentlichen Projekten wie Looker-Actions, Jitsu oder Dub tauchten in den Tagen davor Fehlermeldungen auf, weil noch v22 eingetragen war. Wer eigene Skripte, Reporting-Connectoren oder Gebotswerkzeuge betreibt, sollte die Version jetzt prüfen.

Version 25.2 vom 23. September bringt unter anderem Einstellungen für den automatischen Video-Crawl in Performance Max (Landingpages, Social Media oder YouTube als Quelle), Tracking-Vorlagen und benutzerdefinierte Parameter auf Asset-Gruppen-Ebene sowie eine Methode, mit der sich Smart-Kampagnen in Performance-Max-Entwürfe umwandeln lassen. Version 26 ist für Oktober angekündigt, aber zum Stand dieses Beitrags noch nicht erschienen.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Unternehmensname in Anzeigen (ab 16. Oktober): Advertiser dürfen einen Namen verwenden, der von der Zieldomain abweicht, wenn er die anerkannte Marke wiedergibt, eine verifizierte direkte Beziehung zum Domaininhaber besteht und die Produkte direkt über die Domain angeboten werden. Wiederverkäufer, Vermittler und Affiliates sind ausgeschlossen.
  • Demand Gen: View-Through-Conversions zählen fürs Bidding künftig nur noch bei Video-Assets. Bild-Assets werden weiter als sekundäre Conversions berichtet, steuern aber kein Gebot mehr. Gleichzeitig weitet Google die View-Through-Optimierung auf das Display-Netzwerk aus, Display-Videoanzeigen werden dort nach Impressionen statt nach Klicks abgerechnet. Google nennt nur „die kommenden Monate" als Zeitraum.
  • Klickqualität: Wie viel ungültiger Traffic bei automatisierten Formaten wie AI Max anfällt und was Googles neuer Credit Report zeigt, steht in unserem Beitrag Klickbetrug in Google Ads.

Unsere priorisierte To-do-Liste

  1. Heute: Entscheiden, ob automatische Promotions laufen sollen. Wenn nicht, auf Kontoebene abschalten, bevor sie am 12. Oktober greifen. Wenn ja, alte Aktionsseiten und bedingte Angebote auf der Website prüfen.
  2. Diese Woche: API-Versionen aller Skripte, Connectoren und Tools prüfen; v22 funktioniert nicht mehr.
  3. E-Commerce: Klären, ob der Feed noch über die Content API läuft, und gegebenenfalls umstellen. Bei Produkten mit häufigen Preisänderungen die Feed-Frequenz erhöhen.
  4. Vor Black Friday: Ziel-ROAS final setzen, bevor der Promotion Mode startet, denn danach ist nur noch die Toleranz änderbar.
  5. AI Max: Die neuen Spalten einblenden und die Textvorschau nutzen, bevor die Textanpassung aktiviert wird.
  6. Mittelfristig: Multi-Source Conversions testen, sobald die Beta im Konto verfügbar ist, und bei ausreichendem Volumen einen Conversion-Lift-Test planen.

Wenn ihr wissen wollt, welche Punkte euren Account betreffen: Details zur Betreuung auf der Seite Google Ads Agentur.

FAQ

Wie schalte ich die automatischen Promotions ab?

Assets, automatisierte Assets auf Kontoebene, erweiterte Einstellungen, „Automatisierte Promotions" auf Aus. Aktiv ab 12. Oktober.

Was passiert mit Tools auf API v22?

Seit dem 7. Oktober schlagen alle Anfragen fehl. Update auf eine aktuelle Version, derzeit v25.2.

Betrifft mich das Ende der Content API?

Nur bei API-Anbindung. Datei-Uploads, geplanter Abruf und Google Sheets laufen weiter.

Gilt IP-Matching in Customer Match in Deutschland?

Nein, EWR, Großbritannien und die Schweiz sind ausgeschlossen.

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