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Google SEO im Herbst 2026: das längste Spam Update des Jahres, ein KI-Bericht in der Search Console und ein Schalter gegen AI Overviews

Fast zwei Wochen lang hat Google das vierte Spam Update des Jahres ausgerollt, ein Core Update gab es dagegen nicht. Parallel hat die Search Console zwei Werkzeuge für die KI-Suche bekommen: einen Bericht, der Sichtbarkeit in AI Overviews und AI Mode misst, und einen Schalter, mit dem man sich daraus abmeldet. Was das für eure Website bedeutet und was wir empfehlen.

Simon Bluhm
Co-Founder, rulers · LinkedIn ↗
SEO · Herbst-Update
SEO Herbst
TL;DR

Das September 2026 Spam Update lief vom 24. September bis zum 8. Oktober, fast zwei Wochen und damit deutlich länger als die drei Spam Updates davor. Ein Core Update gab es seit dem 21. Mai nicht. Wer seit Ende September Verluste sieht, prüft zuerst die Spam-Richtlinien und plant Monate für die Erholung ein. Seit dem 31. August hat jede Search Console einen Bericht zu generativer KI, der Impressionen in AI Overviews, AI Mode und Discover zeigt, aber keine Klicks und keine Suchanfragen. Ebenso neu ist ein Schalter, mit dem man die Website aus diesen KI-Funktionen herausnimmt; für die meisten Unternehmen raten wir davon ab. Dazu klappen AI Overviews auf dem Desktop teilweise automatisch auf, und Google bezahlt in einem Pilot erstmals Websites für Beiträge zu KI-Antworten.

Das September 2026 Spam Update

Am 24. September um 9:15 Uhr kalifornischer Zeit hat Google das September 2026 Spam Update gestartet, mit dem knappen Hinweis, es gelte „global und für alle Sprachen". Abgeschlossen war es am 8. Oktober, nach fast 14 Tagen. Das ist ungewöhnlich lang: Die drei Spam Updates davor im März, Juni und August waren jeweils nach knapp einem bis knapp drei Tagen durch. Mit vier Spam Updates ist 2026 das aktivste Jahr dieser Art seit 2021.

Welche Spam-Taktiken im Fokus standen, hat Google nicht gesagt. Spam Updates verbessern allgemein die automatischen Systeme, die Verstöße gegen die Spam-Richtlinien erkennen. Ranking-Tools zeigten deutliche Schwankungen vom 25. bis 27. September, am 30. September und vom 4. bis 6. Oktober. Einige SEOs verglichen die Wirkung mit einem Core Update, Google stuft es als normales Spam Update ein.

Core Updates: seit Mai Ruhe

Ein Core Update gab es im September und Oktober nicht, obwohl viel darüber spekuliert wurde. Das letzte begann am 21. Mai 2026, davor gab es eines im März. Beide fielen in die Phase, in der Google die Suche massiv mit KI-Funktionen umgebaut hat. Wer seit Juni stabile Rankings und seit Ende September Verluste sieht, sollte die Ursache daher zuerst beim Spam Update suchen, nicht bei einem vermuteten Core Update. Was die Core Updates aus dem Frühjahr belohnt haben, steht auf unserer Seite zur SEO-Betreuung.

Betroffen? So prüft ihr es

  1. Zeitraum eingrenzen: Im Leistungsbericht der Search Console die Klicks und Impressionen ab dem 24. September mit den Wochen davor vergleichen, getrennt nach Seiten. Fällt der Einbruch in die drei Schwankungsfenster, ist das Spam Update der wahrscheinlichste Auslöser.
  2. Manuelle Maßnahmen prüfen: Unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen" nachsehen. Spam Updates wirken automatisch und erzeugen keinen Eintrag, eine manuelle Maßnahme wäre ein anderes Problem mit eigenem Prüfverfahren.
  3. Gegen die Spam-Richtlinien halten: Besonders relevant sind massenhaft erzeugte Inhalte ohne eigenen Mehrwert, fremde Inhalte auf einer reputationsstarken Domain (Site Reputation Abuse), gekaufte abgelaufene Domains, die für fremde Zwecke weitergenutzt werden, und Linkhandel.
  4. Geduld einplanen: Google schreibt, dass Änderungen helfen können, wenn die automatischen Systeme „über einen Zeitraum von Monaten" lernen, dass eine Website die Richtlinien einhält. Eine schnelle Erholung nach dem Aufräumen ist nicht zu erwarten.

Neuer Bericht: Sichtbarkeit in AI Overviews und AI Mode

Seit dem 31. August hat jede Property in der Search Console einen eigenen Bericht für generative KI-Funktionen, sofern genug Daten vorliegen. Angekündigt hatte Google ihn im Juni, zunächst für einen kleinen Teil der Websites. Der Bericht zeigt, wie oft URLs einer Website in AI Overviews, im AI Mode und in AI Overviews in Discover erschienen sind, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitraum, bis hinunter auf Stundenbasis.

Was fehlt, ist entscheidend: keine Klicks, keine Klickrate, keine Suchanfragen. Man sieht also, dass eine Seite in KI-Antworten auftaucht, aber weder wofür noch ob daraus Besuche entstehen. Für die Praxis heißt das: Den Bericht neben den klassischen Leistungsbericht legen und auf Seitenebene vergleichen. Seiten mit vielen KI-Impressionen und sinkenden organischen Klicks sind die Kandidaten, bei denen die KI-Antwort den Klick ersetzt. Wie man darüber hinaus in ChatGPT, Perplexity und Co. sichtbar wird, haben wir im Beitrag GEO, AEO, LLMO beschrieben.

Der Opt-out-Schalter: abschalten oder nicht?

Ebenfalls seit dem 31. August steht allen Websites ein Schalter in der Search Console zur Verfügung, mit dem man die eigenen Inhalte aus generativen KI-Funktionen herausnimmt. Laut Google erscheint die Website dann nicht mehr in AI Overviews, im AI Mode und in AI Overviews in Discover und wird auch nicht mehr genutzt, um diese Antworten zu stützen. In den normalen Suchergebnissen und im Discover-Feed bleibt sie. Die Gemini-App ist von dem Schalter nicht abgedeckt. Hintergrund ist eine Auflage der britischen Wettbewerbsbehörde CMA, deren Pflichten ab dem 3. Dezember 2026 rechtlich gelten; Google hat den Schalter trotzdem weltweit ausgerollt.

Unsere Empfehlung für die meisten Unternehmen: nicht abschalten. Die KI-Antwort verschwindet durch das Opt-out nicht, sie wird dann aus den Inhalten der Wettbewerber gebaut. Einen Ranking-Vorteil in der normalen Suche gibt es nicht, und Belege dafür, dass ausgeschlossene Websites dadurch mehr Klicks bekommen, gibt es bisher auch nicht. Für Unternehmen, die über Beratung, Produkte oder Dienstleistungen verdienen, ist die Erwähnung in der KI-Antwort Markensichtbarkeit, die man nicht freiwillig abgeben sollte.

Anders kann die Rechnung für Publisher aussehen, die von Seitenaufrufen leben und deren Inhalte in KI-Antworten vollständig zusammengefasst werden. Auch dann gilt: erst einige Wochen mit dem neuen Bericht messen, welche Seiten betroffen sind, dann entscheiden. Wer prüfen will, wie gut die eigene Website für KI-Antworten aufbereitet ist, kann unseren GEO-Checker nutzen.

AI Overviews klappen automatisch auf

Seit Ende August beobachten SEOs, dass AI Overviews auf dem Desktop bei manchen Suchanfragen direkt vollständig ausgeklappt erscheinen, mit einem Eingabefeld für Folgefragen, das in den AI Mode führt. Bisher musste man dafür auf „Mehr anzeigen" klicken. Google hat das nicht offiziell angekündigt. Nach den Beobachtungen stoppt das Aufklappen, wenn der Nutzer bereits scrollt. Die Folge ist dieselbe wie beim Rest der Entwicklung: Die organischen Ergebnisse rutschen weiter nach unten, und die Frage, ob die eigene Seite in der KI-Antwort zitiert wird, wird wichtiger als die Position darunter.

Auch Werbung zieht in diese Oberfläche: Google testet, Exact- und Phrase-Match-Keywords aus normalen Search-Kampagnen im AI Mode auszuspielen. Details dazu stehen im Google Ads Update Oktober 2026.

Google bezahlt erstmals für KI-Beiträge

Im April angekündigt und im September mit Details unterlegt: Im „AI Contribution"-Pilot bezahlt Google ausgewählte Websites, wenn ihre Inhalte wesentlich zu einer Antwort in AI Overviews, im AI Mode oder in der Gemini-App beitragen. Eine Zitation allein reicht nicht, und reines Faktenprüfen oder Verlinken nach der Antwort zählt ebenfalls nicht. Die Vergütung richtet sich laut Google eher nach dem Wert als nach der Häufigkeit. Teilnehmer sehen ihre monatlichen Einnahmen in der Search Console, wie die Beträge zustande kommen, bleibt aber offen.

Eingeladen sind bisher mindestens einige Dutzend Publisher, darunter ausdrücklich auch kleine und mittlere Seiten außerhalb des Nachrichtenbereichs. Länder hat Google nicht genannt, bewerben kann man sich nicht. Für Unternehmenswebsites ist das vorerst ein Signal, kein Geschäftsmodell: Google räumt damit ein, dass Inhalte für die KI-Antworten einen Wert haben, der bisher nicht vergütet wurde.

Wir betreuen Websites seit 2010 und richten SEO heute auf beides aus, auf klassische Rankings und auf die Erwähnung in KI-Antworten. Wenn ihr nach dem Spam Update Verluste seht oder wissen wollt, wie eure Website im neuen KI-Bericht dasteht, schreibt uns über Kontakt.

Was wir jetzt empfehlen

  1. Diese Woche: Leistungsbericht ab dem 24. September prüfen und Verluste den Schwankungsfenstern des Spam Updates zuordnen.
  2. Bei Verlusten: Inhalte gegen die Spam-Richtlinien prüfen, aufräumen und Monate statt Wochen für die Erholung einplanen.
  3. Den neuen KI-Bericht öffnen und auf Seitenebene neben die organischen Klicks legen.
  4. Den Opt-out-Schalter nicht vorschnell umlegen. Erst messen, dann entscheiden; für die meisten Unternehmen bleibt er aus.
  5. Inhalte für KI-Antworten aufbereiten: klare Antworten, eigene Daten, strukturierte Daten und eine Seite, die Crawler vollständig lesen können.

FAQ

Gab es im Herbst 2026 ein Core Update?

Nein. Das letzte begann am 21. Mai 2026. Im Herbst lief nur das Spam Update vom 24. September bis 8. Oktober.

Wie lange dauert die Erholung nach einem Spam Update?

Laut Google eher Monate als Wochen, nachdem die Verstöße behoben sind.

Was zeigt der neue KI-Bericht?

Impressionen in AI Overviews, AI Mode und Discover nach Seite, Land, Gerät und Zeit. Keine Klicks, keine Suchanfragen.

Sollte ich mich aus AI Overviews abmelden?

Für die meisten Unternehmen nicht. Bei Publishern erst messen, dann entscheiden.

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